Islam

 

Die großen Religionen der Welt: Lehre, Mythen, Glaubenspraxis Text

 von Myrtle Langley

Das Wort Islam bedeutet „Ergebung in Gott“. Die Anhänger dieser Religion, die Moslems oder Muslime („die den Islam angenommen haben“), unterwerfen sich dem Willen Allahs. Das Wort Allah ist arabisch und bedeutet „der Gott“.

Die Moslems sehen ihren Glauben als letzte endgültige Offenbarung Gottes an die Menschen an. Wer diesem Glauben folgt, auf den wartet das Paradies.

Begründet wurde der Islam von Mohammed, der um 570 n. Chr. in der arabischen Stadt Mekka geboren wurde. Im Alter von 40 Jahren sah er sich vom Erzengel Gabriel im Auftrag Gottes zum Propheten berufen. Da seine Verkündung in Mekka zunächst auf Widerstand stieß, zog er 622 mit seinen Anhängern nach Medina.

Mit diesem Ereignis der „Hidschra“ beginnt die Zeitrechnung des Islam. 630 kehrte Mohammed nach Mekka zurück und zerstörte dort alle Götzenbilder. Alle Einwohner bis auf vier nahmen den Islam an.

Der Koran

 

Die Moslems glauben, dass der Koran das vom Himmel herabgesandte, einem himmlischen Urbild entsprechende unfehlbare Wort Gottes ist. Auf wunderbare Weise wurde er dem Propheten Mohammed offenbart.

In einer Höhle in Hira hatte Mohammed eine Erscheinung: Der Erzengel Gabriel hielt ihm ein Tuch vor die Augen und forderte ihn auf zu „lesen“, (obwohl Mohammed nicht lesen konnte). Was Mohammed damals und in späteren Erscheinungen „gelesen“ und rezitiert hat, ist im Koran („Lesung“) aufgezeichnet.

Neben der Lehre von Gott, dem Einzigen und Barmherzigen, ist im Koran das letzte Gericht besonders wichtig. Am Ende der Welt werden alle Menschen auferweckt und erscheinen vor Gottes Gericht. Sie kommen ins Paradies oder in die Hölle, je nachdem, ob ihre Taten überwiegend gut oder böse waren.

Der Koran enthält auch Anweisungen für das Leben der Gemeinden und beschäftigt sich mit religiösen und sozialen Fragen. Die Offenbarungen stammen aus der Zeit zwischen 609 und dem Tod Mohammed 632. Die zuerst mündlich weitergegeben Texte wurden bald nach Mohammeds Tod aufgeschrieben.

Moschee und Gebet

Für den Moslem bedeutet der Islam die Unterwerfung des gesamten persönlichen und staatlichen Lebens unter den Willen Gottes. Es gibt keine Trennung zwischen Religion und Alltag.

Versammlungsort der Gemeinde ist die Moschee. Hier kommt man nicht nur zum Gebet zusammen - die Moschee ist auch Ort der Lehre und Erziehung, Gericht und Sozialstation. Der Koran ist Verhaltensgrundlage für die gesamte Gesellschaft. Es geht ihm nicht nur um das Wesen Gottes, sondern auch um religiöse und gesellschaftliche Dinge wie Gebet, Almosen, Fasten, Pilgerfahrt, Heirat und Scheidung, Erbrecht, Speisen und Getränke.

Neben dem Koran spielt auch die Hadith („Überlieferung“) eine große Rolle, der Bericht vom Leben Mohammeds und der frühen Moslems. Die Hadith enthält die Sunna („Beispiel“) des Propheten als Vorbild für alle Moslems. Koran und Sunna sind die Grundlagen der Scharia („Gesetz“), die das Leben und das Verhalten der Moslems bis ins einzelne regelt.